Der interne bewaffnete Konflikt in Peru

Geschichte, Erinnerung und Gegenwart
Termin
Do. 15.10.2026, 19:00
Ein kurzer geschichtlicher Abriss führt in den internen bewaffneten Konflikt in Peru ein, dessen Folgen bis heute nachwirken. Im Mittelpunkt steht die Perspektiven der Betroffenen und die Frage, warum die Auseinandersetzung mit Gewalt, Erinnerung und gesellschaftlicher Ausgrenzung auch für das Peru der Gegenwart von Bedeutung ist. 
Beschreibung
Der interne bewaffnete Konflikt in Peru von 1980 bis 2000 hat tiefe und bis heute spürbare Spuren in der peruanischen Gesellschaft hinterlassen. Die Gewalt von Sendero Luminoso, des MRTA und staatlicher Sicherheitskräfte forderte zehntausende Menschenleben. Besonders schwer betroffen waren die ländliche und indigene Bevölkerung.
Der Vortrag gibt einen Überblick über die Hintergründe, den Verlauf und die Folgen des Konflikts. Dabei geht es auch um die tiefen wirtschaftlichen und sozialen Ungleichheiten sowie um ethnisch-kulturelle Ausgrenzung und Rassismus, die den Konflikt mitprägten und in Teilen bis heute fortbestehen.
Im Mittelpunkt stehen die Perspektiven der Betroffenen. Sie werden nicht allein als Opfer der Gewalt sichtbar, sondern als Menschen, die sich heute aktiv für die Bewahrung der Erinnerung und für eine gerechtere und friedlichere Gesellschaft einsetzen. Ihr Engagement macht deutlich, dass Erinnerung nicht nur der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit dient, sondern zugleich ein Beitrag zur Gestaltung der Gegenwart und Zukunft ist.
Ein kurzer Blick gilt auch der Arbeit der peruanischen Wahrheits- und Versöhnungskommission, die den Konflikt umfassend aufgearbeitet und Empfehlungen zum Umgang mit seinen Folgen sowie für gesellschaftliche Versöhnung formuliert hat.
Abschließend geht es um die Bedeutung der Erinnerung in der peruanischen Gesellschaft heute: Wie wird an diese Zeit erinnert, welche Stimmen finden Gehör und welche geraten in den Hintergrund? Dabei zeigt sich, dass der Umgang mit der Vergangenheit bis heute eng mit Fragen sozialer Ungleichheit, Diskriminierung und gesellschaftlicher Teilhabe verbunden ist.
Im Anschluss besteht Gelegenheit zu Fragen, Austausch und Gespräch.
 
Referentin ist Elena Muguruza, peruanische Rechtsanwältin / Leiterin des Zentrums für Entwicklungsbezogene Bildung (ZEB) der Evangelischen Landeskirche in Württemberg
 
Veranstaltungsort
Karl Rahner Haus
Habsburgerstraße 107
79104 Freiburg im Breisgau
Veranstalter
Referat Weltkirche, Katholische Arbeitnehmer-Bewegung und Christliche Arbeiter*innen Jugend (CAJ) der Erzdiözese Freiburg(KAB) und CAJ