Leitlinien

 
Die ursprünglichen Leitlinien für die Partnerschaft wurden 1999 auf Initiative der peruanischen Seite formuliert. Delegierte aus allen peruanischen Diözesen formulierten zunächst ein "Basispapier Leitlinien". Dieses wurde fortentwickelt und im April 2002 verabschiedete der "Consejo Nacional de la Partnerschaft Peru-Friburgo" die Leitlinien, welche auf den nachfolgenden Säulen der Partnerschaft basieren:
 
  • Spiritualität
    Partnerschaft ist Ausdruck geschwisterlicher Communio (Gemeinschaft) in der Kirche, die uns, bewegt vom Heiligen Geist, zusammenführen will, um so gemeinsam am Aufbau des Reiches Gottes mitzuwirken. Wir sind Teil des Einen Volkes Gottes, das - dem Beispiel der Urgemeinden folgend - Einheit, Liebe, Gemeinschaft und Hoffnung schaffen möchte. Wir sind Zeichen in der Katholischen Kirche, Propheten unter den Völkern, die Geschwisterlichkeit unter den Kindern des Einen Vaters wachsen lassen möchte.

  • Kommunikation
    Jeder Austausch soll zunächst und vor allem eine Weise gegenseitiger Evangelisierung, eine Hilfe und wechselseitige Ermutigung unter den Partnern sein. Ein solcher Austausch soll das Leben der Pfarrgemeinde mit einschließen und nicht auf das persönliche beschränkt sein. Wir sind gefordert, unsere Kultur und unsere Geschichte zu kennen, was dazu beiträgt, dass wir in unserer Identität gestärkt werden.

  • Solidarität
    Christliche Solidarität bedeutet Teilen des Lebens und der materiellen, kulturellen und geistlichen Güter; Solidarität als eine Lebenserfahrung, die wir in unseren Gruppen, Pfarrgemeinden und Diözesen machen, da wir uns alle für die Eine Kirche einsetzen.

  • Organisation
    Organisation ist grundlegend, um die kirchliche Gemeinschaft und den guten Verlauf unserer Aktivitäten zu gewährleisten. Die Einheit, von der wir sprechen, findet Ausdruck in einem vernetzten Handeln von Laien, Ordensleuten, Pfarrern und Bischöfen.
 
AKTUALISIERUNG DER LEITLINIEN
 
Mehr als 20 Jahre ist es her, dass die ersten Leitlinien für die Partnerschaft entwickelt wurden, die so etwas wie das Fundament unserer Partnerschaftsbeziehungen darstellen: Spiritualität – Kommunikation -Solidarität – Organisation (speziell in Peru). Seither hat sich einiges in unserer Kirche und in unserer Gesellschaft verändert.
 
Das Thema Erneuerung der Leitlinien beschäftigte die Perukommission schon eine längere Zeit. Nachdem aus dem Consejo Nacional der Vorschlag kam, das ökologische Thema „Bewahrung des gemeinsamen Hauses“ vor dem Hintergrund der Klimakrise in Peru in die Leitlinien aufzunehmen, wurde gemeinsam der Gedanke entwickelt, die Leitlinien insgesamt zu erneuern, da sich unsere Wirklichkeit in Gesellschaft und Kirche in den letzten 20 Jahren erheblich verändert hat.

Bei den diözesanen Partnerschaftstreffen 2022 und 2023 wurden jeweils Workshops zu den Leitlinien angeboten, außerdem hatten die Partnerschaftsgruppen die Möglichkeit, schriftlich Stellung zu nehmen. Die Gruppen wollten mehrheitlich an dem bewährten Modell der 4 Säulen der Partnerschaft festhalten.

Das Säulenmodell wurde um die "Sorge für das Gemeinsame Haus", Klimagerechtigkeit, Synodalität und machtkritisches Bewusstsein für neokoloniales Denken und Handeln erweitert. 

Von peruanischer Seite wurden den so erweiterten Leitlinien die Optionen für ein missionarisches Christsein, für die Armen und Verletzlichen, für die Sorge um das Gemeinsame Haus und für eine synodale Kirche als zusätzliches Element hinzugefügt.

Trotz des nun größeren Umfangs der Leitlinien, fand diese Lösung die Zustimmung beider Seiten.
 
Hier die überarbeiteten Leitlinien der Perupartnerschaft:
 
Ein herzliches Dankeschön an alle, die an der Überarbeitung mitgewirkt haben, auf Freiburger Seite an die Kommissionsmitglieder Martina Hamm, Daniel Jakob, Stefan Storz und Thomas Schmidl.