Tagebuch Perureise 2026: Tag 6
21.07.2026 |
Zwischen Andenküche und Schulpartnerschaft
Der Tag begann sehr früh. Bereits gegen drei Uhr morgens machte sich die Freiburger Delegation auf den Weg zum Flughafen in Lima. Von dort führte die Reise nach Jauja und weiter nach Huancayo. Mit 3.271 Metern über dem Meeresspiegel lag das Ziel nun deutlich höher als die peruanische Hauptstadt. Schon die Landschaft zeigte, dass ein neuer Abschnitt der Reise begonnen hatte: Statt der dicht bebauten Metropole Lima prägten nun Hügel, Berge und ein wesentlich ländlicheres Bild die Umgebung.
Am Flughafen wartete bereits ein herzlicher Empfang. Mitglieder aus dem Umfeld der Partnerschaft begrüßten die Gäste gemeinsam mit einer Tanzgruppe, legten ihnen bunte Luftschlangen um und verteilten sie anschließend auf die bereitstehenden Fahrzeuge. Dort stand vorsorglich bereits Mate de Coca bereit, also Coca-Tee, der in den Anden traditionell auch dabei helfen soll, mit der ungewohnten Höhe zurechtzukommen. Viel Zeit zum Ankommen blieb allerdings nicht. Nach einem kurzen Halt in der Unterkunft, dem Priesterseminar von Huancayo, ging es weiter zum Colegio San Pío X in Huancayo. Dort begann der Besuch zunächst ganz praktisch: mit einem ausgiebigen Frühstück und einer kleinen Einführung in die Küche der Region. Auf den Tischen standen Mango, Aguaymanto (Physalis), Heidelbeeren und Papaya, dazu Käse, Canchitas (geröstete Maiskörner), Tamales und Manjar. Die Lebensmittel erzählten dabei selbst ein Stück Geschichte der Andenregion. Mais, Kartoffeln und Quinoa gehören hier seit Jahrtausenden zu den wichtigsten Grundnahrungsmitteln und prägen die Küche bis heute.
Eine junge Partnerschaft, die bereits Wurzeln schlägt
Erst seit dem vergangenen Jahr besteht diese Schulpartnerschaft und dennoch war spürbar, dass daraus bereits konkrete Beziehungen entstanden sind. Schülerinnen und Schüler erzählten von ihrem Interesse am kulturellen Austausch und davon, wie sehr sie die Brieffreundschaften mit Jugendlichen in Deutschland schätzen.
Auch Erzbischof Luis Alberto Huamán Camayo griff in seiner Begrüßung diesen Gedanken auf. Gottes Liebe, so sagte er sinngemäß, sei größer als alle Grenzen und könne sie überwinden. In der Begegnung und Verbindung mit anderen werde auch das eigene Herz weiter. Bildung müsse deshalb mit dem „Herzen Gottes“ geschehen. Das Schulmotto von San Pío X, alles in Christus hineinzustellen, wurde so unmittelbar mit der Partnerschaft verbunden: Christus möge im Herzen dieser Begegnung stehen.
Die Direktorin der Schule, Laura Constantina Dávila Urbina, sprach von einem freudigen Anlass und einer Geschwisterschaft, aus der in kurzer Zeit bereits eine enge Freundschaft geworden sei. Die Partnerschaft sei gerade in einer Zeit entstanden, in der sich die Schule selbst nach Aufbruch und neuen Perspektiven gesehnt habe. Sie verbinde Glauben, institutionelle Zusammenarbeit und Hoffnung und eröffne Möglichkeiten für gemeinsame Projekte von Schülerinnen und Schülern. Besonders dankte sie Simone Valenzuela sowie Angela Pace und Paul Sigrist von den Klosterschulen Offenburg, die diese Verbindung auf beiden Seiten mit aufgebaut und begleitet haben.
Am Abend versammelte sich die Delegation schließlich zur Eucharistiefeier in der Kathedrale von Huancayo. Schon beim Betreten fiel auf, wie voll die Kirche war und wie jung viele der Menschen waren, die dort zusammengekommen waren. Familien mit Kindern füllten die Bänke, darunter viele Kinder auf dem Weg zur Erstkommunion sowie Jugendliche in der Firmvorbereitung. Die große Zahl der jungen Menschen, die sich auf die Sakramente vorbereiten, wird in der Erzdiözese mit sichtbarer Freude und Stolz wahrgenommen.
Nach der Messe kehrte die Gruppe noch einmal in die Pfarrei zurück. Im dortigen Comedor wartete ein reich gedeckter Tisch und großzügige Gastfreundschaft, bei der die Menge des Essens kaum zu bewältigen war.
Damit ging ein langer Tag zu Ende, der sehr unterschiedliche Seiten der Partnerschaft gezeigt hatte: vom Empfang mit Tanz und Coca-Tee über eine junge Schulpartnerschaft, die bereits ganz konkrete Beziehungen wachsen lässt, bis hin zu Gemeindebegegnung, Gottesdienst und peruanischer Gastfreundschaft.
Gleichzeitig kündigte sich bereits an, dass der folgende Tag einen anderen Akzent setzen würde. Die Delegation sollte noch weiter hinauf in die Anden fahren, nämlich nach Chupaca und Pumpunya und damit auch in jene Orte, in denen die Folgen des Erdbebens unmittelbar sichtbar waren.
Dorothée Kissel
In Huancayo erlebt die Freiburger Delegation die Vielfalt der Partnerschaft: eine junge Schulpartnerschaft, Begegnungen mit Kindern und Jugendlichen, ein Besuch bei langjährigen Partnern und ein festlicher Gottesdienst.
Der Tag begann sehr früh. Bereits gegen drei Uhr morgens machte sich die Freiburger Delegation auf den Weg zum Flughafen in Lima. Von dort führte die Reise nach Jauja und weiter nach Huancayo. Mit 3.271 Metern über dem Meeresspiegel lag das Ziel nun deutlich höher als die peruanische Hauptstadt. Schon die Landschaft zeigte, dass ein neuer Abschnitt der Reise begonnen hatte: Statt der dicht bebauten Metropole Lima prägten nun Hügel, Berge und ein wesentlich ländlicheres Bild die Umgebung.
Am Flughafen wartete bereits ein herzlicher Empfang. Mitglieder aus dem Umfeld der Partnerschaft begrüßten die Gäste gemeinsam mit einer Tanzgruppe, legten ihnen bunte Luftschlangen um und verteilten sie anschließend auf die bereitstehenden Fahrzeuge. Dort stand vorsorglich bereits Mate de Coca bereit, also Coca-Tee, der in den Anden traditionell auch dabei helfen soll, mit der ungewohnten Höhe zurechtzukommen. Viel Zeit zum Ankommen blieb allerdings nicht. Nach einem kurzen Halt in der Unterkunft, dem Priesterseminar von Huancayo, ging es weiter zum Colegio San Pío X in Huancayo. Dort begann der Besuch zunächst ganz praktisch: mit einem ausgiebigen Frühstück und einer kleinen Einführung in die Küche der Region. Auf den Tischen standen Mango, Aguaymanto (Physalis), Heidelbeeren und Papaya, dazu Käse, Canchitas (geröstete Maiskörner), Tamales und Manjar. Die Lebensmittel erzählten dabei selbst ein Stück Geschichte der Andenregion. Mais, Kartoffeln und Quinoa gehören hier seit Jahrtausenden zu den wichtigsten Grundnahrungsmitteln und prägen die Küche bis heute.
Eine junge Partnerschaft, die bereits Wurzeln schlägt
Nach dem Frühstück wurde die Delegation in einem großen Saal der Schule offiziell willkommen geheißen. Die Feier begann mit einem Gebet, anschließend erklangen die Nationalhymnen Perus und Deutschlands sowie die Hymne des Vatikans. Videos stellten Huancayo und die Region vor. Zugleich berichteten Schülerinnen und Schüler von der noch jungen Partnerschaft mit den Klosterschulen Unserer Lieben Frau in Offenburg.
Erst seit dem vergangenen Jahr besteht diese Schulpartnerschaft und dennoch war spürbar, dass daraus bereits konkrete Beziehungen entstanden sind. Schülerinnen und Schüler erzählten von ihrem Interesse am kulturellen Austausch und davon, wie sehr sie die Brieffreundschaften mit Jugendlichen in Deutschland schätzen.
Auch Erzbischof Luis Alberto Huamán Camayo griff in seiner Begrüßung diesen Gedanken auf. Gottes Liebe, so sagte er sinngemäß, sei größer als alle Grenzen und könne sie überwinden. In der Begegnung und Verbindung mit anderen werde auch das eigene Herz weiter. Bildung müsse deshalb mit dem „Herzen Gottes“ geschehen. Das Schulmotto von San Pío X, alles in Christus hineinzustellen, wurde so unmittelbar mit der Partnerschaft verbunden: Christus möge im Herzen dieser Begegnung stehen.
Die Direktorin der Schule, Laura Constantina Dávila Urbina, sprach von einem freudigen Anlass und einer Geschwisterschaft, aus der in kurzer Zeit bereits eine enge Freundschaft geworden sei. Die Partnerschaft sei gerade in einer Zeit entstanden, in der sich die Schule selbst nach Aufbruch und neuen Perspektiven gesehnt habe. Sie verbinde Glauben, institutionelle Zusammenarbeit und Hoffnung und eröffne Möglichkeiten für gemeinsame Projekte von Schülerinnen und Schülern. Besonders dankte sie Simone Valenzuela sowie Angela Pace und Paul Sigrist von den Klosterschulen Offenburg, die diese Verbindung auf beiden Seiten mit aufgebaut und begleitet haben.
Dass die Partnerschaft nicht nur auf dem Papier existiert, zeigte sich anschließend auch im Schulgarten. Dort war bereits ein Partnerschaftsbaum gepflanzt worden als sichtbares Zeichen für eine Verbindung, die wachsen soll.
Die jüngeren Kinder der Schule begrüßten die Gäste dort mit Tänzen. Anschließend wurde die Delegation in ein Ritual aus der Huanca-Kultur einbezogen. In Quechua wurden die Kräfte und Gottheiten der Natur begrüßt. Dahinter steht eine alte Vorstellung vom Leben im Gleichgewicht mit der Natur: Die Vorfahren wussten um ihre Abhängigkeit von Erde, Wetter und Ernte und gaben deshalb auch vom Besten ihrer Erträge etwas zurück. Vier Mitglieder der Delegation, zwei Frauen und zwei Männer, wurden eingeladen, selbst an dem Ritual teilzunehmen und eine Gabe der Erde zu übergeben.
Die jüngeren Kinder der Schule begrüßten die Gäste dort mit Tänzen. Anschließend wurde die Delegation in ein Ritual aus der Huanca-Kultur einbezogen. In Quechua wurden die Kräfte und Gottheiten der Natur begrüßt. Dahinter steht eine alte Vorstellung vom Leben im Gleichgewicht mit der Natur: Die Vorfahren wussten um ihre Abhängigkeit von Erde, Wetter und Ernte und gaben deshalb auch vom Besten ihrer Erträge etwas zurück. Vier Mitglieder der Delegation, zwei Frauen und zwei Männer, wurden eingeladen, selbst an dem Ritual teilzunehmen und eine Gabe der Erde zu übergeben.
Was feiern die Deutschen eigentlich an Weihnachten?
Danach ging es hinein in den Schulalltag. Die Delegationsmitglieder besuchten verschiedene Klassen und kamen mit den Schülerinnen und Schülern ins Gespräch. Dabei ging es keineswegs nur um große Fragen der Partnerschaft. Gefragt wurde nach Lieblingsfächern, nach Fußball und danach, für wen man im Finale der Fußballweltmeisterschaft der Männer die Daumen gedrückt habe. Viele Schülerinnen und Schüler interessierte auch, ob sie selbst irgendwann einmal nach Deutschland reisen könnten. Erzbischof Stephan dachte dabei bereits laut darüber nach, ob und wie ein solcher Austausch auch finanziell ermöglicht werden könnte.
Später wurde der Austausch im großen Saal systematischer fortgesetzt. In kleinen Gruppen kamen Schülerinnen und Schüler mit einzelnen Delegationsmitgliedern zusammen. Die Jugendlichen hatten die Gespräche gut organisiert: Es gab jeweils eine Moderation, jemanden, der auf die Zeit achtete, sowie eine Person, die Protokoll führte. Zu Beginn wurden Fragen gesammelt, anschließend diskutiert und am Ende fasste die protokollierende Person die wichtigsten Ergebnisse zusammen.
Danach ging es hinein in den Schulalltag. Die Delegationsmitglieder besuchten verschiedene Klassen und kamen mit den Schülerinnen und Schülern ins Gespräch. Dabei ging es keineswegs nur um große Fragen der Partnerschaft. Gefragt wurde nach Lieblingsfächern, nach Fußball und danach, für wen man im Finale der Fußballweltmeisterschaft der Männer die Daumen gedrückt habe. Viele Schülerinnen und Schüler interessierte auch, ob sie selbst irgendwann einmal nach Deutschland reisen könnten. Erzbischof Stephan dachte dabei bereits laut darüber nach, ob und wie ein solcher Austausch auch finanziell ermöglicht werden könnte.
Später wurde der Austausch im großen Saal systematischer fortgesetzt. In kleinen Gruppen kamen Schülerinnen und Schüler mit einzelnen Delegationsmitgliedern zusammen. Die Jugendlichen hatten die Gespräche gut organisiert: Es gab jeweils eine Moderation, jemanden, der auf die Zeit achtete, sowie eine Person, die Protokoll führte. Zu Beginn wurden Fragen gesammelt, anschließend diskutiert und am Ende fasste die protokollierende Person die wichtigsten Ergebnisse zusammen.
Dabei interessierte die Jugendlichen vieles aus dem deutschen Alltag: Wie sieht Unterricht in Deutschland aus und welche didaktischen Methoden werden eingesetzt? Wie wird Weihnachten gefeiert? Welche anderen Feste sind für Deutschland oder Freiburg typisch? Und wie selbstverständlich ist das Zusammenleben verschiedener Kulturen? Haben Jugendliche in Deutschland viele Freundinnen und Freunde, deren Familien aus anderen Ländern stammen?
So wurde aus der Schulpartnerschaft für einige Stunden genau das, was sie sein soll: kein abstraktes Abkommen zwischen Institutionen, sondern eine Gelegenheit, einander Fragen zu stellen, neugierig zu werden und etwas vom Leben des anderen kennenzulernen.
Partnerschaft in der Pfarrei und eine junge Kirche in Huancayo
Am Nachmittag führte der Weg weiter zur Pfarrei San José de Pichcus, die seit vielen Jahren partnerschaftlich mit der Gemeinde Steinen-Höllstein verbunden ist. Dort traf die Delegation Vertreterinnen und Vertreter der Partnerschaft und erhielt einen Einblick in das Gemeindeleben und die bestehende Verbindung nach Deutschland.
Am Nachmittag führte der Weg weiter zur Pfarrei San José de Pichcus, die seit vielen Jahren partnerschaftlich mit der Gemeinde Steinen-Höllstein verbunden ist. Dort traf die Delegation Vertreterinnen und Vertreter der Partnerschaft und erhielt einen Einblick in das Gemeindeleben und die bestehende Verbindung nach Deutschland.
Am Abend versammelte sich die Delegation schließlich zur Eucharistiefeier in der Kathedrale von Huancayo. Schon beim Betreten fiel auf, wie voll die Kirche war und wie jung viele der Menschen waren, die dort zusammengekommen waren. Familien mit Kindern füllten die Bänke, darunter viele Kinder auf dem Weg zur Erstkommunion sowie Jugendliche in der Firmvorbereitung. Die große Zahl der jungen Menschen, die sich auf die Sakramente vorbereiten, wird in der Erzdiözese mit sichtbarer Freude und Stolz wahrgenommen.
Nach der Messe kehrte die Gruppe noch einmal in die Pfarrei zurück. Im dortigen Comedor wartete ein reich gedeckter Tisch und großzügige Gastfreundschaft, bei der die Menge des Essens kaum zu bewältigen war.
Damit ging ein langer Tag zu Ende, der sehr unterschiedliche Seiten der Partnerschaft gezeigt hatte: vom Empfang mit Tanz und Coca-Tee über eine junge Schulpartnerschaft, die bereits ganz konkrete Beziehungen wachsen lässt, bis hin zu Gemeindebegegnung, Gottesdienst und peruanischer Gastfreundschaft.
Gleichzeitig kündigte sich bereits an, dass der folgende Tag einen anderen Akzent setzen würde. Die Delegation sollte noch weiter hinauf in die Anden fahren, nämlich nach Chupaca und Pumpunya und damit auch in jene Orte, in denen die Folgen des Erdbebens unmittelbar sichtbar waren.
Dorothée Kissel


















