Wolfgang-Zwingmann-Fonds - Menschenrechte in Peru
Menschenrechtsarbeit fördern
Der „Solidaritätsfonds Menschenrechte“ wurde im Jahr 1990 vom Diözesanrat der Katholiken im Erzbistum Freiburg gegründet, um Opfern der politischen Gewalt in Peru zu helfen. CEAS, die Sozialkommission der Peruanischen Bischofskonferenz, ist bis heute verlässlicher Kooperationspartner in diesem Anliegen. Somit hat die Partnerschaft zwischen der Erzdiözese Freiburg und der Kirche in Peru auch ein wichtiges Handlungsfeld in der Förderung der Menschenrechte. Durch Spenden von Einzelpersonen, Gruppen und Pfarrgemeinden sind bisher über 260.000 Euro für die Arbeit von CEAS zur Verfügung gestellt worden.

Gewalt und Leid sehen
Am 28. August 2003 legte die „Wahrheits- und Versöhnungskommission“ einen Bericht über die politische Gewalt in Peru in den Jahren 1980 bis 2000 vor. Das Zusammentragen von Daten und die erstmalige Anhörung von Opfern und deren Angehörigen brachte ein Ausmaß von Gewalt und Leid zutage, das selbst die dunkelsten Annahmen übertraf. Pilar Arroyo schreibt: „In den Schlussfolgerungen bestätigt die CVR [Wahrheits- und Versöhnungskommission], dass der bewaffnete interne Konflikt, in dem unser Land von 1980 und 2000 gelebt hat, 69.280 Todesopfer gefordert hat. Diese Zahl ist beinahe doppelt so hoch wie frühere Schätzungen. Die CVR erklärt, dass es ´einen deutlichen Zusammenhang zwischen Armut, gesellschaftlicher Randstellung und der Wahrscheinlichkeit, Opfer der Gewalt zu werden, gab.´ Dies erklärt, warum 85% der Opfer in den Departamenten Ayacucho, Junin, Huanuco, Huancavelica, Apurimac, und San Martin lebten. Die CVR erklärt: ´Zusammen mit den sozio-ökonomischen Gräben hat der Prozess der Gewalt die Tiefe der ethnisch-kulturellen Ungleichheiten aufgezeigt, die noch immer in unserem Land herrschen.´ Das zeigt sich darin, dass 75% der Opfer Quechua oder eine andere Eingeborenensprache als Muttersprache hatten, und dass 79% im ländlichen Raum lebten. Die CVR hält auch fest, dass ´im Gegensatz zu anderen Ländern, in denen bewaffnete interne Konflikte stattfanden, die Organisationen der Opfer sehr schwach waren.´ Das war so, weil in der Mehrheit der Fälle die Opfer arme Campesinos waren, die wenig über ihre Rechte wissen, nur schwer Zugang zum Rechtssystem, schwache soziale Netze und geringe Kontakte mit der Stadt haben. Diese Schwäche förderte die Straffreiheit der Täter."
Die Schwachen stärken
CEAS hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Stimmlosen eine Stimme zu geben, den Rechtlosen zu ihrem Recht zu verhelfen und den Notleidenden Hilfe zukommen zu lassen. Die Unterstützung aus dem „Wolfgang-Zwingmann-Fonds – Menschenrechte in Peru“ stellt dafür bis heute einen wichtigen Baustein dar. - Im Jahr 2003 wurde CEAS 15.000 Euro aus dem „Wolfgang-Zwingmann-Fonds“ für folgende Bereiche zur Verfügung gestellt:
 | Gefangenenpastoral: Die Situation in den Gefängnissen ist angesichts einer 35%-igen Überbelegung, kaum gegebener Gesundheitsversorgung und Mangelernährung besorgniserregend. Aus Mitteln des Fonds werden Mittel für Notfälle möglich.
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 | Betreuung von Angehörigen: Menschen, die den Tod eines Angehörigen oder dessen Verschleppung mit erleben mussten, erhalten psycho-soziale Betreuung auf individueller Ebene oder durch Aufarbeitung der traumatischen Erfahrungen in Gruppen.
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 | Rechtsbeistand: CEAS nimmt sich Personen an, die zu Unrecht im Gefängnis sind und versucht auf eine Freilassung hinzuwirken.
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 | Nachbetreuung von Entlassenen: Hilfen im gesundheitlichen Bereich oder eine Starthilfe für den Aufbau eines kleinen Gewerbes werden gegeben. |

Das Schicksal von María
Maria ist 40 Jahre und lebte in der Gegend von Ayacucho. Sie wurde verhaftet, dabei misshandelt und vergewaltigt und der Unterstützung des Terrorismus beschuldigt. Nach mehrjähriger Haft wird sie am 27. Juni 1997 für unschuldig erklärt und frei gelassen. Aufgrund einer Vergewaltigung in der Haft wird sie schwanger. Sie entscheidet sich für das Kind, informiert aber aus Scham niemanden über die näheren Umstände. Bei der Geburt kommt es zur einer Hirnverletzung, die zu einer Behinderung führt. Das Mädchen ist heute 6 Jahre alt und hat kaum therapeutische Hilfe erfahren. Die Situation von Maria ist ebenfalls sehr schwierig: Sie ist nach Ayacucho zurückgekehrt, arbeitet dort als Lehrerin, hat ein kleines Zusatzeinkommen über den Verleih von Videos (CEAS gewährte dafür eine Starthilfe) und hilft in der Landwirtschaft mit. Unterstützung erfährt sie durch ihre Eltern, die sich der behinderten Tochter annehmen. – CEAS hat jetzt aus dem „Wolfgang-Zwingmann-Fonds“ den Kauf eines Rollstuhls ermöglicht und eine Therapie für das Kind in einem Krankenhaus veranlasst.
Auftrag und Vision: „Leben in Menschlichkeit“
Laura Vargas, die Geschäftsführerin von CEAS, sagte im Jahr 2000 in Freiburg: „Manchmal frage ich mich, was wohl unsere Augen sehen oder was unsere Ohren hören, was unsere Herzen fühlen müssten, damit die Menschenrechte das Paradigma wären, an dem sich unsere Gesellschaften orientieren würden. Ich glaube, dass dies die Aufgabe der gegenwärtigen Stunde ist. Wir müssen alle unsere Kräfte bündeln und gegen den Strom schwimmen in einer Welt, die an den Werten des Evangeliums, des Lebens, der Liebe, der Gerechtigkeit und des Erbarmens Gottes vorbeilebt. Die Menschenrechtspastoral ist dieser Bemühung verpflichtet, für eine Welt zu arbeiten, in der das Leben in Menschlichkeit möglich ist.“
Sie wollen die Menschenrechtsarbeit von CEAS unterstützen?
Kath. Darlehensfonds - Kollektenkasse
Landesbank Baden-Württemberg, BLZ 60050101
Konto 740 4040 841
Stichwort "Menschenrechtsfonds"
