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Ein Projekt mit der Sonne ... und es wurde Licht


 

Der Perukreis der Pfarrgemeinde Mariä Himmelfahrt, Ehrenkirchen-Kirchhofen, steht seit 1986 in einer Partnerschaft mit der peruanischen Pfarrgemeinde San Juan Bautista, Churin. - Churin ist eine sehr große Landgemeinde in den Anden Perus, deren Weiler und Streusiedlungen sich in einer Höhenlage von etwa 2.000m bis 4.500m Höhe liegen. Es gibt eine Vielzahl von verstreut liegenden Einzelhäusern, die auch in weiterer Zukunft sicher nicht ans Stromnetz angeschlossen werden.

 

Im Gegenteil: der Lichtschein der Häuser, die in den letzten Jahren in zwei Elektrifizierungskampagnen ans Stromnetz angeschlossen worden sind, ist von weitem zu sehen und lässt die Situation noch bedrückender erscheinen. Der Gedanke an Abwanderung verstärkte sich dadurch. Die Bauern / Campesinos haben geringe Einkünfte durch Anbau von Mais, Kartoffeln, Bohnen, Getreide sowie durch Viehwirtschaft (Schafe, Kühe, Alpakas). Die monatlichen Ausgaben für Beleuchtung (Kerzen, Kerosin) und Batterien für Radiobetrieb lagen nach unseren Ermittlungen im Mittel bei 30–40 Soles, das heißt bei etwa 10 US$ pro Monat.

 

In Zusammenarbeit mit der Abteilung Weltkirche der Erzdiözese Freiburg und der Stiftung für Entwicklungszusammenarbeit in Stuttgart wurden 30 Photovoltaik-Anlagen bei einer Fachfirma in Lima gekauft und von eingewiesenem Personal der Pfarrgemeinde zu den teilweise bis zu 6 Stunden entfernten Gehöften mit Pferden und Eseln transportiert und installiert.

 

Installiert wurde pro Haus jeweils eine kleine Photovoltaik-Anlage mit ca. 50 Watt, 100 Ah Batterie, 3 (Energiespar-)Lampen, ein Anschluss für Radio. Die PV-Module und die Batterien kommen aus den USA, die Elektronikkomponenten (Laderegler, Lampen) aus Deutschland. Dadurch ist eine sehr hohe Qualität der eingesetzten Komponenten gewährleistet. Das Projekt wurde von einem Professor der Uni Lima begleitet.

 

Die Übertragung des Konzeptes des „Uso indefinido mientras funciona“ auf die Nutzung der Solartechnologie war eine zentrale Komponente dieses Projektes. Dieses Konzept wird in Peru zur Landnutzung sehr oft angewandt: Die Nutzer dürfen das Land gegen eine geringe Gebühr unbegrenzt nutzen, solange sie es bestimmungsgemäß bebauen und pfleglich behandeln.

 

Mit den projektbeteiligten Nutzern wurde ein entsprechender Vertrag ausgearbeitet, der von den Begünstigten unterschrieben werden musste. Das Solarsystem wird den Nutzern gegen eine „Installationsgebühr“ und gegen Zahlung von monatlichen Raten, die in der Größenordnung der bisherigen Ausgaben für Beleuchtung und Radio liegen sollen, zeitlich unbegrenzt zur Nutzung zur Verfügung gestellt. Solange das System ausreichend gewartet und pfleglich behandelt wird, steht es den Nutzern zur Verfügung, bei Verletzung der aufgestellten Regeln kann es jedoch wieder abgebaut und bei anderen Interessierten erneut aufgebaut werden. Dadurch kann erreicht werden, dass in diesem Pilotprojekt die Familien, „nur“ die relativ geringen Kosten für Wartung- und Instandhaltung und nicht für die Investition aufbringen müssen.

 

Für die Campesinos war die erstmalige Inbetriebnahme der Solaranlagen ein unbeschreibliches Erlebnis. Außerdem konnten folgende Ziele erreicht werden:

 

Ersatz von teuren aber sehr ineffizienten Energietechnologien wie Kerzen, Kerosin und Trockenbatterien durch Photovoltaiksysteme.
Erhöhung der Lichtausbeute, dadurch wurden neue Nutzungsformen, wie Lesen, Lernen, Arbeiten auch am Abend ermöglicht.
Anschluss an Informationsnetzwerke (Radio) verringert das Gefühl des Ausgeschlossenseins und wirkt so der Landflucht entgegen.
In der langfristigen Nutzung erwarten wir auch einen Rückgang der im ländlichen Raum weit verbreiteten Atemwegserkrankungen, die durch die rußigen Beleuchtungsquellen Kerzen und Kerosin mit verursacht werden .

 

 


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