Pressemitteilung des Diözesanrats der Katholiken im Erzbistum Freiburg
Petition
an den Präsidenten der Republik Peru Alejandro Toledo
aus Anlass des 1. Nationalen Tages der Wiedergutmachung
am 10. Dezember 2003
Der Brief an Präsident Toledo hat folgenden Wortlaut:
Die Erzdiözese Freiburg und die katholische Kirche in Peru sind seit dem Jahr 1986 durch eine Partnerschaft eng verbunden. Mehr als 160 direkte Kontakte zwischen Pfarrgemeinden, Verbänden und Bewegungen auf beiden Seiten sind entstanden. Der Diözesanrat der Katholiken in der Erzdiözese Freiburg begleitet diese Partnerschaft, die auf den Dimensionen von Spiritualität, Kommunikation und Solidarität gründet.
Durch die vielen direkten Verbindungen zu Pfarrgemeinden in Peru, insbesondere zu Pfarrgemeinden im Hochland, die direkt unter den beklagenswerten Auswirkungen der Gewalt litten, wurde die Zeit der Gewalt und des Terrorismus auch von uns mit größter Sorge wahrgenommen. Die damit einhergehenden Menschenrechtsverletzungen waren Anlass, auf unserer Seite einen „Solidaritätsfonds Menschenrechte“ zu gründen, dessen Mittel von CEAS, der Sozialkommission der Peruanischen Bischofskonferenz, für konkrete Hilfsmaßnahmen zugunsten von Opfern der Gewalt eingesetzt wurden und werden.
Der Diözesanrat der Katholiken und sein Ausschuss Peru-Partnerschaft haben die Einrichtung der „Kommission für Wahrheit und Versöhnung“ sehr begrüßt und die Ergebnisse und die Empfehlungen des Abschlussberichts mit großem Interesse zur Kenntnis genommen. Im Oktober hat uns Prof. Salomon Lerner in Freiburg authentisch über die Ergebnisse und Empfehlungen der Kommission berichtet. Wir bitten und erwarten nun die tatsächliche politische Umsetzung, dass den Opfern der Gewalt Wiedergutmachung geleistet wird.
In Ihrer Rede zur Nation vom 21. November 2003 haben Sie die wichtige Arbeit der „Kommission für Wahrheit und Versöhnung“ nochmals entschieden gewürdigt und sich dafür ausgesprochen, dass „Versöhnung als Wiederbegegnung der Peruaner mit ihren Idealen von Frieden, Gerechtigkeit, Wohlstand, Demokratie und Entwicklung“ verstanden und gestaltet werde. Wir bitten Sie nachdrücklich dafür Sorge zu tragen, dass Ihre Vorschläge für Maßnahmen zur kollektiven und individuellen Wiedergutmachung auch wirklich umgesetzt werden. Zudem haben Sie beschlossen, dass der 10. Dezember zukünftig als „Tag der Nationalen Versöhnung“ begangen wird. Wir freuen uns über diese Entscheidung zur Einrichtung dieses Gedenktages, der durch die Erinnerung zur Versöhnung beitragen wird.
Wir schätzen die Würdigung der Arbeit der „Kommission für Wahrheit und Versöhnung“ ausdrücklich und hoffen, dass die von Ihnen angekündigten politischen Maßnahmen den erwarteten, wichtigen und zugleich nachhaltigen Beitrag zu Gerechtigkeit, Frieden und Demokratisierung in Peru leisten. Diesen Prozess werden wir auch zukünftig aufmerksam beobachten und im Kontakt mit der katholischen Kirche in Peru und den Partnerinstitutionen, vor allem auf der Ebene von Diözesen und Pfarrgemeinden, mittragen.
Freiburg, den 10. Dezember 2003
Christel Ruppert
Vorsitzende
