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Peru war plötzlich in aller Munde


 

Ein Bericht aus der Partnerschaft San Francisco de Asis, Bernal,

und St. Ägidius, Kirchardt:

 

Innerhalb der 17 Jahre unserer Partnerschaft gibt es natürlich viele Momente, die wir als geglückt ansehen dürfen. Allen voran die Begegnungen hier in Kirchardt, wo unsere peruanischen Geschwister Fronleichnam und Firmung mitfeierten, einen syrisch-orthodoxen Gottesdienst miterlebten, zum Neujahrsempfang des Bürgermeisters eingeladen waren oder in der Grund-, Haupt- und Werksrealschule die Schüler mit ihren Berichten aus Peru in ihren Bann zogen. Die kirchlichen und auch politischen Gemeinden nahmen meist regen Anteil an den Besuchen. Und doch sind mir zwei Ereignisse spontan eingefallen, unsere Container-Aktion, an der sich ganz Kirchardt und Umgebung beteiligten und dann besonders der Besuch des ältesten peruanischen Pfarrers, Padre Isidor Muñiz.

 



Zunächst zur den Containeraktionen, die wir 1993, 95 und 97 durchführten: medizinische Geräte, Mobiliar für Krankenstationen, Krankenbetten, Toilettenstühle, Fahrräder und vieles mehr gingen damals auf die Reise. Kleinste Lücken wurden mit Kleidern gefüllt, es passte wirklich keine Maus mehr hinein. Die Anteilnahme der Bevölkerung war wirklich überwältigend, Kindergarten und Schule, evangelische und syrisch-orthodoxe Gemeinde, Betriebe aus Kirchardt und Umgebung, alle haben sich beteiligt. Dazu half noch ein guter Freund einer Reederei, der unsere Container auf ein Schiff nach Paita, der Hafenstadt in Nordperú, brachte: „Lass mich das mal machen!“ Wer ein Großteil der Kosten bezahlte, wissen wir bis heute nicht. Aber unser Dank ist dem „Unbekannten“ (?) gewiss.

 

Peru war plötzlich in aller Munde. Plötzlich war es ganz nah. Man wollte mehr darüber wissen und erfahren, wie es den Menschen dort geht. Es ging nicht nur um´s Sammeln, sondern auf einmal standen die Menschen im Mittelpunkt.

 

Wir hatten jeweils drei Stunden Zeit, die Container zu beladen. Da musste natürlich alles gut vorbereitet sein, gerichtet innerhalb der uns zur Verfügung stehenden Containermaße. Wieder waren viele Helfer da, zum Packen, zum Reparieren, was eigentlich schon vorher geschehen war, und einige, die für das leibliche Wohl der Packer sorgte. Die vielen Gaben wurden von dem helfenden Pfarrer gesegnet, dann schlossen sich die Türen des Containers. Uns wurde schon ein bisschen wehmütig ums Herz, als der Container mit vielen guten Wünschen auf die Reise in die Erzdiözese Piura ging, denn nicht nur unsere Partnergemeinde sollte der Beschenkte sein, sondern viele Pfarreien, das Priesterseminar, Kinderheime, Gruppen, auch ein Gefängnis in der Erzdiözese. So haben wir es mit allen Projekten gehalten, in die wir uns mit den „großen Werken“ einklinkten, sei es das Projekt für Diabetiker in der Region „Bajo Piura“ oder das Windmühlen- und Brunnenprojekt in der Erzdiözese. - Wie schön war es, als wir bei unseren Dia-Nachmittagen plötzlich begeisterte Stimmen hörten: „ Oh, der hat meine Jacke an“ oder „guck, der fährt auf meinem Fahrrad.“


Ein anderer Höhepunkt war der Besuch des ältesten, noch aktiven Pfarrers aus Peru. Im Jubiläumsjahr 2000 durfte er nach Rom reisen, um an den Feierlichkeiten teilzunehmen. Zusammen mit unserem „Gründungspfarrer“ Padre José Nunura kam Padre Isidoro Muñiz zu uns in die Gemeinde. Es war für den 92- Jährigen die erste Reise nach Europa. Padre Muñiz war noch unwahrscheinlich rüstig und rannte uns bei allen Exkursionen fast davon.

 

In Kirchardt feierten die beiden Padres den Dankgottesdienst der Erstkommunikanten. Man konnte eine Stecknadel fallen hören, als Padre Muñiz von seinem Besuch in Rom erzählte und dass er mit dem Heiligen Vater speisen durfte. Davon war er ganz überwältigt. Seine Bescheidenheit und seine Güte  konnten wir in all seinen Worten spüren. Die Kirchardter erinnern sich noch heute gerne an ihn. - Letztes Jahr konnte ich Padre Muñiz besuchen. Er ist immer noch aktiv. Bewundernswert!

 




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