Home Erzbistum Freiburg
  Aktuell 
  Intern 
  Archiv 
Grußwort von Erzbischof Dr. Oskar Saier


Sehr geehrte Gäste,

verehrte, liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer,

werte Anwesende,

 

diese Gedenkstunde aus Anlass des zehnjährigen Bestehens unseres Freiburger Solidaritätsfonds lässt uns zuvor die bisherige Geschichte unserer Partnerschaft mit Peru in den Blick nehmen. Vieles, was in den zurückliegenden nunmehr bald 15 Jahren unseres "pacto de hermandad" geschehen und gewachsen ist, hat sich tief in das Bewusstsein unserer Erzdiözese eingeprägt. Es ist zu einem festen Bestandteil unseres kirchlichen Lebens geworden, vor allem in den zahlreichen Pfarreien und einzelnen Verbänden, deren treues Engagement Früchte trägt und Hoffnung vermittelt.

 

In einem Augenblick wie dem jetzigen gehen meine Gedanken natürlich zurück zur Geburtsstunde unserer Partnerschaft, damals im Jahre 1986. Noch gut erinnere ich mich, mit wie viel Zuversicht, aber auch Ungewissheit, wir damals die ersten Schritte dieser neuen und intensiven Form weltkirchlicher Verbundenheit gegangen sind. Begleitet waren wir damals von wertvollen Freunden in Peru selbst, von denen manche schon in der Ewigkeit sind, wie Kardinal Landázuri Ricketts oder der jüngst verstorbene Kardinal Augusto Vargas Alzamora, die Bischöfe German Schmitz und Luciano Metzinger – um nur einige zu nennen. Auf Freiburger Seite gilt es eine Persönlichkeit hervorzuheben, die ich mit dem Gebrauch des Wortes "wir" indirekt schon erwähnt habe. Es ist Prälat Dr. Wolfgang Zwingmann, mein über viele Jahre hinweg vertrauter Mitarbeiter, dessen Namen und ehrendes Andenken an diesem heutigen Tag einen zentralen Platz einnimmt. Ohne seinen Weitblick, seine Beharrlichkeit und seinen geradezu leidenschaftlichen Einsatz für Gerechtigkeit und Frieden wäre die Gründung und Ausgestaltung der Partnerschaft nicht gelungen. Deswegen ehren wir in dieser Stunde sein Vermächtnis und sind überzeugt davon, dass er, der vor mehr als acht Jahren so früh von uns gegangen ist, uns auf neue Weise nahe ist.

 

Schon bald nach Beginn der Partnerschaft im Jahre 1986 wurde Peru in schwere innenpolitische Krisen gestürzt, die vor allem von den grausamen Aktivitäten des Terrorismus gekennzeichnet waren. Wir werden dazu im heutigen Hauptreferat noch viele Details hören. Für Wolfgang Zwingmann waren die beunruhigenden Meldungen über Menschenrechtsverletzungen der verschiedensten Art Anlass, über Maßnahmen gezielter und effizienter Hilfe nachzudenken. Der Jahreswechsel 1989 auf 1990 markiert wohl seinen Entschluss, die Gründung eines Solidaritätsfonds zugunsten der Opfer von Menschenrechtsverletzungen und politischer Gewalt in Peru in die Wege zu leiten. Wie dies im einzelnen vor sich ging und schließlich jene Gestalt annahm, die den heutigen Wolfgang Zwingmann Fonds ausmacht, werden wir von der Vorsitzenden des Diözesanrats, Frau Christel Ruppert, vorgetragen bekommen.

 

Dass die von Prälat Dr. Zwingmann entwickelte Idee zu einer Wirklichkeit wurde, deren segensreiche Aktivität nunmehr seit zehn Jahren andauert, verdanken wir in hohem Maß der soliden und vertrauensvollen Kooperation mit unseren Partnern in Peru, näherhin mit CEAS, der Sozialkommission der Peruanischen Bischofskonferenz. Mit dieser kirchlichen Institution wollten wir das Anliegen des Solidaritätsfonds bewerkstelligen. In einer politisch so sensiblen Materie wollten wir uns ganz auf die Einschätzungen und Erfahrungen unserer Schwestern und Brüder im Glauben verlassen. Dies war in den extremen Zeiten des Terrorismus so, und so ist es auch heute. Zwar hat sich mancher Schwerpunkt der Arbeit von CEAS im Lauf der Jahre verlagert, aber die Prinzipien und Methoden unserer Zusammenarbeit haben sich bewährt und sollen deswegen auch in Zukunft so bestehen bleiben.

 

Von daher, verehrte Anwesende, stand es außer Frage, dass wir die Gedenkstunde aus Anlass des zehnjährigen Bestehen des Wolfgang-Zwingmann-Fonds nicht ohne unsere Freunde begehen würden, die in Peru den Fonds verwalten und seine Zweckbestimmung garantieren. Es ist uns deswegen eine große Ehre und Freude, drei herausragende Persönlichkeiten von CEAS in unserer Mitte zu haben: Herrn Bischof Sebastian Ramis Torrens aus Huamachuco, den jetzigen bischöflichen Präsidenten der Sozialkommission, Frau Generalsekretärin Laura Vargas und Herrn Pater Mateo Garr SJ, der Frau Vargas seit Jahren in der Geschäftsführung zur Seite steht. Ich heiße Sie, liebe Gäste und Freunde von CEAS, auf das herzlichste hier in Freiburg willkommen und danke Ihnen, dass Sie unserer Einladung gefolgt sind und die Mühe der langen Reise auf sich genommen haben.

 

Estimados Monseñores, querida Señora Laura, estimado Padre Mateo, es un gusto para nosotros contar con su presencia, con motivo de los diez años del fondo Wolfgang Zwingmann. Gracias por haber venido, siempre como amigos y hermanos. Otra vez nos preocupa la situación de su país, del querido Perú, otra vez nos vincula la solidaridad mutua y la unión en la fe. La visita suya nuevamente es un signo de esperanza, en el mismo momento honra también el recuerdo precioso del Prelado Canónigo Doctor Wolfgang Zwingmann que siempre se sintió muy unido a Ustedes, sobre todo en los asuntos de justicia y paz.

 

Im Jahre 1996, als ich aus Anlass des zehnjährigen Jubiläums unserer Partnerschaft in Peru weilte, konnte ich mich in Lima durch einen Besuch in der Geschäftstelle von CEAS von der vielfältigen und beeindruckenden Arbeit dieser Institution überzeugen. Heute haben wir das Glück, durch Frau Vargas aus erster Hand dargestellt zu bekommen, welches die Anliegen der Sozial- und Menschenrechtspastoral in Peru und auf dem ganzen lateinamerikanischen Kontinent sind. All dies wird unsere Bereitschaft stärken, den Wolfgang Zwingmann Fonds auch in Zukunft zu unterstützen und all jenen Menschen im Gebet und in tätiger Liebe nahe zu sein, aus deren geschundenem Antlitz uns Christus selbst anblickt.

 

So darf ich Sie alle noch einmal sehr herzlich grüßen und Ihnen für Ihre Teilnahme an dieser Gedenkstunde danken.

 

zurück zur Seite: 10 Jahre Menschenrechtsfonds

 


16.06.2012
Weil a. Rh.-Haltingen
22.07.2012
Dilsberg
28.10.2012
Rielasingen

Zum Kalender >>>



Schoferstr. 2 79098 Freiburg Tel. 07 61 - 2188 -240 Fax 07 61 - 21 88 -277